Adopt, don’t shop.

Schocknachricht: in der Vergangenheit der beiden neuen Redakteure verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Sie waren im Tierheim!

Nachdem der ehemalige Assistent, ein rothaariger norwegischer Waldkater, verstorben war, konnte die Blog-Tippse nicht dauerhaft alleine bleiben. So stellte sich die Frage, wie hier Abhilfe zu schaffen ist.

Kurz wurden also die Voraussetzungen zusammen gestellt: Zur Verfügung steht eine 3-Zimmer-Wohnung mit eigener Terrasse. Die Tippse hat noch einen zweiten Job, ist deshalb nicht den ganzen Tag zu Hause, weshalb zwei Katzen zur Beaufsichtigung der Tippse dringend benötigt wurden. Außerdem braucht man für den stressigen Redaktionsalltag im Katziblog natürlich eine gewisse Lebenserfahrung und Ausgeglichenheit, was gegen Katzenkinder sprach.

Ein Katzengeschwisterpaar, das bereit war, sich dieser schwierigen Aufgabe zu stellen, fand sich nach einer Tour durch die Tierheime der Umgebung schließlich in Hildesheim. Minnie und Pascha, ein schwarzes, neunjähriges Katzengeschwisterpärchen. Über ihre Vergangenheit schweigen sie sich leider aus, außer „naja, das Übliche“ hat leider auch das Tierheim keine Informationen dazu heraus gegeben.

Mit erwachsenen und nicht mehr ganz jungen Katzen aus dem Tierheim holt man sich Katzenpersönlichkeiten ins Haus. Sie sind nicht mehr so formbar, wie ganz junge Kätzchen, sie bringen eine Geschichte mit. Auch wenn man diese nicht kennt, so wirkt sie sich doch aus. Minnie etwa mag Männer nicht so und ist überhaupt allem Unbekannten gegenüber sehr vorsichtig und schreckhaft. Dafür ist sie die weltbeste Kuschelkatze, die sich mit vollem Körpereinsatz und gesamten Körpergewicht auf den menschlichen Kuschelpartner drauf wirft. Pascha dagegen ist ausgeglichener, will aber überall dabei sein und öffnet dafür auch souverän Türen.

Was also spricht dafür, neue Mitbewohner im Tierheim statt beim Züchter oder gar Vermehrer zu suchen?

  • Katzen aus dem Tierheim sind tierärztlich untersucht. Meistens erfährt man auch einiges über ihre Vorgeschichte, auf jeden Fall aber über ihren Gesundheitszustand und eventuelle Besonderheiten
  • erwachsene Katzen aus dem Tierheim haben schon etwas Lebenserfahrung. Während Kätzchen auch gerne mal die Wohnung zerlegen und die Vorhänge hoch klettern, hat man bei Tierheimkatzen eine gute Chance, dass ihnen solches Verhalten schon die Vorbesitzer abgewöhnt haben.
  • durch die Aufnahme von Katzen aus dem Tierheim erhöht man nicht die Nachfrage auf dem Markt. Es werden also keine Kätzchen dafür „produziert“ und entsteht kein neuer Überschuss
  • am Wichtigsten: Tierheimkatzen sind keine „Ausschussware“. Sie konnten im vorhergehenden Zuhause nicht bleiben, haben aber eine liebevolle Familie verdient und es macht großen Spaß, sie kennen zu lernen und zu eleben, wie sie Vertrauen fassen.

Wenn es unbedingt eine Rassekatze sein soll, findet man im Internet auch jede Menge Not-Vermittlungsseiten für Rassekatzen.

Das niedersächsische Hundegesetz – Neuerung zum 1. Juli 2013

Am 1. Juli ist eine Neuerung des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHundG) in Kraft getreten, das einige Veränderungen für alle Hundehalter und besonders für die bringt, die jetzt einen Hund zu sich nehmen oder innerhalb der letzten zwei Jahre Hundehalter geworden sind.

Das zentrale Hunderegister

Laut dem neuen niedersächsischen Hundegesetz müssen alle Hunde, die in Niedersachsen gehalten werden, in das zentrale Hunderegister eingetragen werden. Neben Rasse und Adresse wird hier die Chipnummer des Hundes erfasst. Die Versicherung kann eingetragen werden, dazu ist der Hundehalter jedoch nicht verpflichtet. Zusätzlich können die Hundebesitzer ein Foto ihres Hundes hochladen. Bis zum 1. August 2013 müssen alle Hunde, die älter als sechs Monate sind im zentralen Register eingetragen sein oder bei Neuhundehaltern unverzüglich eingetragen werden, andernfalls droht ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit von bis zu 10.000 Euro.

Sachkundenachweis

Eine weitere Neuerung im niedersächsischen Hundegesetz ist der Nachweis der Sachkunde über einen Hundeführerschein. Dafür müssen alle Hundeführer vor der Aufnahme der Hundehaltung eine theoretische Prüfung ablegen und innerhalb des ersten Jahres der Hundehaltung eine praktische Prüfung absolvieren. Der Besuch einer Hundeschule ist dafür nicht zwingend vorgeschrieben, aber viele Hundeschulen bieten Vorbereitungskurse sowohl für die theoretische wie auch für die praktische Prüfung an. Viele können die Prüfung auch selbst durchführen oder vereinbaren im Anschluss an die Vorbereitungskurse Termine mit einem Prüfer. Ausgenommen vom Sachkundenachweis sind alle Hundehalter, die ihren Hund bereits seit dem 1. Juli 2011 halten oder innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens zwei Jahre ununterbrochene Hundehaltung nachweisen können. Die Hundehaltung muss bei Bedarf durch Steuerbescheide nachgewiesen werden können. Weiter Ausnahmen gelten für die Führer von Blindenführhunden und Behindertenbegleithunden, Tierärzte, Tierheime und Personen, die Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde abnehmen dürfen.

Kosten

Für die Eintragung in das Hunderegister entstehen Kosten von 14,50 Euro + 19% MwSt bei online-Registrierung und 23,50 Euro +19%MwSt bei telefonischer Registrierung. Die Kosten für die Sachkundeprüfung sind unterschiedlich wird der D.O.Q.-Test (Dog Owner Qualification Test) der Tierärztekammer absolviert, betragen die Kosten für den gesamten Test 134,50 Euro. Wird vorher ein entsprechender Kurs in einer Hundeschule besucht oder ein anderer Prüfer gewählt, so können die Kosten davon abweichen. Wer mit 200 Euro für den Sachkundenachweis rechnet, ist in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.

Ältere Regelungen

Bereits im Juli 2011 traten Regelungen in Kraft, nach denen für jeden Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss. Zusätzlich muss jeder Hund mit einem Mikrochip gechipped werden, der über eine Transpondernummer verfügt. Diese Nummer wird auch in das zentrale Hunderegister eingetragen.

Die meisten weiterführenden Fragen beantwortet die Fragenseite des Hunderegisters.

Aufgaben und Pflichten

Der Chefredakteur und sein Assistent, der rothaarige Kater Asterix, hielten ein wohlverdientes Sonntags-Mittagsschläfchen, da stolperte ich in die Mini-Dokuserie „Die Hundeflüsterin“ auf ZDF. Gestern ging es dabei um zwei Hunde mit sehr unterschiedlichen Problemen: Hutch, ein Bordercollie, der aggressiv und sehr stürmisch auf Reize, Personen und Hunde reagierte und Bodo, der Probleme hatte, allein zu bleiben und zudem einem seiner Frauchen auf Schritt und Tritt folgte.

Hunde suchen ihren Platz

Ein Hund sucht sich in seiner Familie, in seinem Rudel immer einen Platz. Im Idealfall bestimmen die Menschen den Platz, den der Hund einnimmt und der Hund nimmt das so an und füllt diesen Platz aus. Wenn das so funktioniert, dann erlebt man eine entspannte Beziehung zwischen Menschen und Hunden. Schwierig wird es dann, wenn die Meinung von Mensch und Hund darüber, welchen Platz der Hund einnehmen soll, nicht übereinstimmen. Wenn der Hund die ihm zugewiesene Aufgabe nicht erfüllen kann oder sich selbst eine Aufgabe gesucht hat, führt das häufig zu Problemen.

Hunde brauchen eine Aufgabe

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, den ganzen Tag nur auf dem Sofa zu sitzen und überhaupt keine Aufgaben zu erfüllen. Sehr viel angenehmer ist das Gefühl, gebraucht zu werden, eine wichtige Aufgabe zu haben, die man ernst nehmen und für die man sich engagieren kann. Das geht Hunden ähnlich, auch sie schaffen es selten, einfach so in den Tag hinein zu leben. Da sie sich nicht mehr darum kümmern müssen (und besser auch nicht kümmern sollen) ihr Futter zu jagen und um das Überleben zu kämpfen, brauchen Sie eine andere Aufgabe, die sie ausfüllt. Das muss nichts schwieriges und nichts kompliziertes sein, wenn es nur Anerkennung bringt und ihm das Gefühl gibt, diese Aufgabe ausreichend auszufüllen.

© rhtierfoto - Fotolia.com
© rhtierfoto – Fotolia.com

Verschiedene Hundementalitäten

Hunde sind dabei genauso verschieden, wie Menschen auch. Manche sind sehr lebhaft und sportlich, sie finden ihre Erfüllung im Hundesport. Mensche sind ruhig und häuslich, als Wachhund können sie ein Haus oder einen Hof bewachen oder sie sind für das Hüten oder für das Jagen oder für das Beschützen gezüchtet und können am Besten mit einer Aufgabe ausgestattet werden, die ihnen entspricht. Viele Hunde sind auch damit zufrieden, wenn ihre Aufgabe „Familienhund“ ist – sofern auch diese Aufgabe klar definiert ist und sie wissen, was sie als solche zu tun haben. Schwierig wird es dann, wenn der Jagdhund (vielleicht noch aus einer Leistungs-Zuchtlinie) nur das Sofa hüten soll. Aber auch der Schoßhund, der auf einmal den Hof alleine bewachen soll, ist schnell überfordert.

Aufgaben werden übernommen

Vielen Hunden wird aber einfach gar keine Aufgabe zugeteilt. Wie dem Bordercollie Hutch bei der Hundeflüsterin. Ein toller Hütehund, der aber in seiner Familie damit nur da zu sein völlig unterfordert ist und sich deshalb eine Aufgabe gesucht hat: er hütet und bewacht seine Familie. Dabei ist er recht planlos, weil ihn niemand anleitet, die Familie ist damit überfordert und der Hund auch, denn die Aufgabe, die er übernommen hat, ist eigentlich zu groß für ihn: ständig machen die Menschen, was sie wollen und nicht, was er meint. Das gilt auch für Bodo, der sich die Aufgabe ausgesucht hat, sein Frauchen zu bewachen und nun sehr beunruhigt ist, wenn die sich von ihm entfernt. Sie haben sich Aufgaben ausgesucht, die sie nicht erfüllen können, weil die Menschen nicht wollen, dass sie diese Aufgaben erfüllen. Das sorgt für Stress auf beiden Seiten.

Aufgaben zuteilen

Wesentlich besser läuft es, wenn einem Hund Aufgaben zugewiesen werden. In konkreten Situationen etwa, auf einem Platz liegen zu bleiben. Insgesamt fällt es einem Hund wesentlich leichter den Alltag zu bewältigen, wenn er eine echte Aufgabe hat. Das kann Hundesport sein, Agility oder auch Gehorsamkeitsübungen, Apportierspiele, Schnüffelspiele und vieles mehr eignen sich, um den Hund auszulasten. Die gemeinsame Beschäftigung mit dieser Aufgabe führt außerdem zu einer engeren Beziehung zwischen Hund und Mensch.

Die Serie – mehr Input und leise Zweifel

Ich habe bisher nur diese eine Folge gesehen. Maja Nowak ist sehr ruhig und besonnen, das gefällt mir gut. Es geht außerdem sehr viel um die Kommunikation mit den Hunden. Ich habe Zweifel, dass die Hundehalter das immer so umsetzen können, ohne ständige Anleitung durch die Hundeflüsterin. Bei den strafenden „Stübern“ fehlt mir ein wenig die Information, was bestraft wird, da schien mir das Timing häufig nicht ganz zu stimmen. Insgesamt war es eine Folge, die schon Lust darauf macht, auch die anderen fünf Teile anzusehen. Die Teile eins bis vier gibt es bereits in der ZDF-Mediathek, Teil fünf kommt am Sonntag um 13:15 Uhr im Zweiten und ist danach in der Mediathek zu finden. Ich werde bestimmt alle Teile

Hitzefrei!

© javier brosch - Fotolia.com
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32 Grad hat es hier im Moment und die Sonne knallt vom blauen Himmel. Allerfeinstes Sommerwetter und eine Zeit, die man am Liebsten draußen verbringt: Im Garten, am Badesee, im Freibad, beim Grillen. Für die Hunde ist dieses Wetter jedoch anstrengend.

Welche Temperaturen mögen Hunde?

Das ist auch bei Hunden unterschiedlich und pauschal schwer zu beantworten. Viele Hunde sind echte Winterfans. Sie drehen bei Minusgraden so richtig auf. Andere mögen es lieber etwas wärmer, fühlen sich bei 10 bis 15 Grad so richtig wohl. Bei Temperaturen ab 20 Grad lässt jedoch bei den meisten die Aktivität merklich nach. Sie verbringen die Zeit dann am Liebsten im Haus oder irgendwo im Schatten, graben sich vielleicht auch ein Loch in kühler, feuchter Erde, um sich hinein zu legen. Hunde sind mit Ihrem Fell vor Kälte gut geschützt. Sehr kurzhaarige oder kurzbeinige Rassen haben gelegentlich Probleme mit kalter Nässe, gerade am Bauch. Mit Hitze haben sie aber alle zu kämpfen, können sie doch den Pelzmantel nicht ausziehen und auch nicht schwitzen. Die Kühlung des Körpers findet ausschließlich über das Hecheln statt. Gerade ältere Hunde leiden deshalb massiv bei zuviel Wärme.

Was tun im Hochsommer?

Trotzdem muss der Hund natürlich auch im Sommer raus und braucht die Bewegung. Ausgedehnte Spaziergänge sollten jedoch früh morgens oder am späten Abend stattfinden, wenn die Temperaturen nicht so hoch sind. Auf Fahrradtouren, bei denen der Hund nebenher läuft, sollte man ab 15 Grad besser verzichten, zumindest aber sehr sorgfältig auf den Hund achten. Ab 20 Grad tun sie dem Hund nicht mehr gut. In den heißen Stunden ist ein kühles Plätzchen zum Zurückziehen wichtig. Viele Hunde gehen auch gerne baden und kühlen sich im Wasser ab, wo es möglich ist kann er also gut mit zum Badesee, nur der Weg dorthin sollte nicht zu weit und anstrengend sein. Zuhause sollte immer ausreichend Wasser bereit stehen und auch für unterwegs empfiehlt sich die Mitnahme einer Wasserflasche, denn Hecheln macht durstig. Auch ein feuchtes Handtuch über dem Hund kann bei extremer Hitze helfen.

Ganz wichtig aber: den Hund bei Sonne und Wärme nie, nie, nie länger als wenige Minuten alleine im geschlossenen Auto lassen! Der Chefredakteur jedenfalls besteht zur Zeit auf hitzefrei. Action gibt es frühestens wieder ab 22 Uhr.

Vierbeinige Beifahrer Teil II – Dem Hund das Autofahren schmackhaft machen

© Pavel Timofeev - Fotolia.com
© Pavel Timofeev – Fotolia.com

Nicht alle Hunde sind von Anfang an begeisterte Beifahrer, aber mit Geduld kann man fast jedem Hund beibringen, das Autofahren zu mögen oder zu tolerieren. Am einfachsten ist es, wenn man mit einem Welpen beginnen kann, der noch keine schlechten Erfahrungen mit der Fahrt im Auto verbindet. Aber auch später gelingt die Gewöhnung meistens, sofern der Hund keine traumatischen Erfahrungen damit gemacht hat. Macht man sich bereits im Vorfeld einige Gedanken, spart das später möglicherweise viel Arbeit, um schlechte Erfahrungen wieder auszubügeln.

Unterbringung im Auto

Um eine sichere und praktische Unterbringung des Hundes im Auto ging es schon im letzten Artikel. Damit der Hund sich wohl fühlt, sollte man aber gerade bei den ersten Fahrten noch einige weitere Punkte beachten. So fühlen sich viele Hunde während der Fahrt nicht wohl, wenn sie zu viel Platz haben. Durch die Bewegung im Auto finden sie nicht gut Halt und rutschen herum, was auch Übelkeit auslösen kann. Eine engere Begrenzung, die auch Halt gibt, ist für viele Hunde deshalb angenehmer. Auch kann es sinnvoll sein, wenn der Hund nicht zu viel Möglichkeiten hat, aus dem Fenster zu schauen. Die schnell vorbei ziehende Umgebung kann ebenfalls ein Grund für Reiseübelkeit sein.

Einsteigen

Der Sprung in den Fond eines Wagens stellt für viele Hunde eine Hürde dar. Trotzdem ist es günstiger, wenn der Hund gerade am Anfang selbst einsteigen kann, statt vom Menschen in das Auto gehoben oder gar geschoben zu werden. Mit Rampen oder improvisierten Stufen kann man dem Hund das Einsteigen erleichtern und ihm so ermöglichen, selbständig in das Auto zu kommen. Locken ist für eine entspannte Fahrt in jedem Fall eine bessere Voraussetzung, als dem Hund den Einstieg in das Auto aufzuzwingen.

Kurze Strecken

Zu Beginn sollten immer nur kurze Strecken gefahren werden. Zeit der Hund schon beim Einsteigen Angst, sollte man zunächst gar nicht fahren, sondern nur das Ein- und Aussteigen sowie das Sitzen oder Liegen auf dem vorgesehenen Platz üben. Wenn das problemlos funktioniert kann man das Auto kurz anlassen und noch etwas später erstmal nur wenige Meter fahren, vielleicht nur die Auffahrt hinunter. Je schwerer es dem Hund fällt, sich an das Autofahren zu gewöhnen, desto langsamer muss man hier vorgehen. Lange Fahrten gleich zu Anfang fördern leider nicht die Gewöhnung, sondern führen zu immer weiter steigendem Stress während der Fahrt.

Angenehme Verknüpfung

Die erste Fahrt sollte möglichst nicht zu einem Tierarzt gehen, der dann eine unangenehme Spritze verabreicht, sondern gerade die ersten Fahrten sollten immer ein angenehmes Ende haben. Eine Belohnung am Ende der Fahrt (sofern alles gut lief und der Hund sich während der Fahrt entspannt hat) kann dabei helfen. Auch sinnvoll ist es aber, mit dem Auto zu interessanten und für den Hund schönen Orten zu fahren, einen Spaziergang zu machen, bei dem der Hund Stress abbauen und sich austoben kann und dann wieder entspannt nach Hause zu fahren.

Begleitpersonal

Der Hund sollte gerade während seiner ersten Autofahrten den bekannten Menschen immer sehen können, idealerweise sollte es auch möglich sein, dass ein Mensch den Hund während der Fahrt direkt ansprechen oder anfassen kann. Für die ersten Fahrten ist deshalb ein Fahrer oder ein Mitfahrer gut, der den Hund während er Fahrt ansprechen und ablenken kann und auch belohnen, wenn der Hund sich entspannt.

Mit ausreichend Zeit und Geduld kann fast jeder Hund ein angenehmer Beifahrer werden. Bei Anzeichen von Stress sollte man jedoch lieber nochmal einen Schritt zurück gehen. Hat der Hund so gelernt, dass Autofahrten normal sind, wird er auch längere Fahrten problemlos mitmachen.

Vierbeinige Beifahrer Teil I – Wie transportiert man den Hund im Auto?

© Ettore - Fotolia.com
© Ettore – Fotolia.com

Heute geht es um Hunde und Autofahren. Da das ein Thema mit mehreren Aspekten ist, hat der Chefredakteur entschieden, daraus eine kleine Artikelserie zu machen. Heute geht es los mit Transport- und Befestigungsmöglichkeiten. In Teil II geht es dann um die Gewöhnung an das Autofahren und in Teil III um spezielle Probleme wie Reisekrankheit oder Angst vor dem Autofahren.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Je nach Größe von Hund und Auto gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Hund im Auto mitzunehmen: in einer Kunststoff- oder Gitterbox, die im Kofferraum oder auf der Rückbank befestigt wird, im Heck vom Kombi oder auf der Rückbank durch ein Gitter oder Netz vom Fahrgastraum abgetrennt, mit einem Gurt auf dem Rücksitz angeschnallt oder auch einfach frei im Auto auf dem Sitz oder auf dem Boden vor dem Beifahrersitz. Jede Möglichkeit hat Vorzüge und Nachteile, deshalb hier die einzelnen Methoden im Detail.

Die Box

Eine Box aus Metallgitter oder auch Kunststoff wird im Heck eines Kombis oder auf der Rückbank befestigt. Gerade die Kunststoffboxen mögen viele Hunde sehr gerne, weil Sie sich dort sicher fühlen wie in einer Höhle. Zusätzlich bieten die Boxen eine hohe Sicherheit für den Hund, der auch bei einem Unfall so nicht durch das Fahrzeug geschleudert werden kann. Der Platzbedarf gerade bei großen Boxen für größere Hunde ist allerdings relativ groß und der Aufwand hoch, wenn die Box häufig aus dem Auto genommen und wieder neu befestigt werden muss. Kleine Boxen für kleinere Hunde, die nur lose auf den Sitz gestellt werden, bieten dagegen nur wenig Sicherheit bei einem Unfall.

Gitter oder Netz

Mit einem Netz oder Gitter wird entweder das Heck eines Kombis oder die Rückbank eines Autos vom Fahrgastbereich abgetrennt. Der Hund kann sich im abgetrennten Bereich frei bewegen, bei einem Unfall aber trotzdem nicht durch die Windschutzscheibe geschleudert werden. Die Befestigung ist aber relativ aufwändig, das Anbringen und Entnehmen von Gitter oder Netz nimmt einige Zeit in Anspruch.

Anschnallen mit Gurt

Eine Gurtverbindung und ein spezielles Auto-Geschirr sind eine einfache und problemlose Sicherungsmöglichkeit für den Hund, die sich auch für kleine Fahrzeuge gut eignet und problemlos befestigt und in wenigen Sekunden wieder entfernt werden kann. Der Hund wird aber relativ stark in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und ein solcher Gurt ist nicht so sicher, wie eine Box oder ein Gitter. Der Hund muss an das Geschirr gewöhnt werden und auch während der Fahrt sollte man immer wieder ein Auge darauf haben, dass der Hund sich nicht in den Gurt einwickelt. Ist die Verbindung zwischen Gurtschnalle und Geschirr zu lang oder sitzt das Geschirr nicht optimal, kann der Hund bei einem Unfall Verletzungen durch das Geschirr davon tragen. Wird der Hund mit dem Halsband und einem Verbindungsstück an der Gurtschnalle befestigt, wird das bei einem Unfall zur sicheren Todesfalle für den Hund, der Gurt muss deshalb immer an einem speziellen Autogeschirr befestigt werden!

Frei im Auto

Gerade kleinere Hunde sieht man häufig frei durch das Auto turnen, auf der Hutablage liegen oder bei einem Mitfahrer auf dem Schoß liegen. Bestenfalls liegt der Hund vor dem Beifahrersitz auf dem Boden. Da liegt er noch einigermaßen sicher, aber ein ungesicherter Hund stellt nicht nur einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung dar, sondern wird auch bei unerwarteten Vorkommnissen zum Risiko. Bei einem Unfall wird der Hund von der Hutablage oder der Rückbank durch das Auto geschleudert, verletzt möglicherweise andere Mitfahrer und durchschlägt schlimmstenfalls sogar die Windschutzscheibe, meistens mit tödlichen Folgen für den Hund. Ungesichert sollte ein Hund deshalb nie im Auto mitfahren, auch ein kleiner Hund muss im Auto immer gesichert werden, zu seiner eigenen Sicherheit und der der Insassen des Fahrzeugs.

Fazit

Wir haben die meisten Methoden schon ausprobiert, vom Welpen, der auf dem Schoß nach Hause mitfuhr über den Kombi mit speziellem Gitter bis zur Gurtlösung. Im momentanen, kleinen Auto fährt der Chefredakteur mit einem Gurt gesichert mit. Da er ein sehr angenehmer und ruhiger Beifahrer ist, eignet sich diese Methode gut. Bei unruhigen Hunden ist in jedem Fall eine Box oder ein Gitter zu empfehlen.

Alles meins – markieren und Rücksichtnahme

Mein Haus, mein Auto, mein Garten ist das Motto der meisten Hunde. Besonders Rüden markieren ihr Revier gerne und ausgiebig. Da wird an jeden Baum gepinkelt. Für Hunde ist das ein völlig natürliches Verhalten. Allerdings markieren auch Menschen ihr Revier: mit Zäunen und Grundstücksgrenzen etwa, an und in denen sie das Markieren fremder Hunde häufig nicht tolerieren. Das gilt natürlich umso mehr für Autos, Fahrräder und Kinderspielzeuge.markieren

Wo sollte man Rücksicht nehmen?

Fremde Gärten sollten grundsätzlich für den Hund tabu sein, die Zäune und Hecken um die Gärten nicht angepinkelt werden und natürlich auch kein Haufen in den Vorgarten gesetzt werden. Bei Hecken ist das häufig gar nicht so einfach: wenn erst ein Hund aus der Nachbarschaft sie markiert hat, haben alle weiteren Hunde das bedürfnis, dort ebenfalls ihre Duftmarke zu hinterlassen. Man muss den eigenen Hund schon gut im Auge haben, um das verhindern zu können. Nicht nur der Nachbar wird es danken, auch der Hecke bekommt es nicht gut, wenn sie ständig mit Hundeurin in Berührung kommt. Ganz wichtig ist auch zu vermeiden, dass der Hund auf Kinderspielplätzen sein Geschäft erledigt. Gleiches gilt für Straßen und Wege.

Passende Orte finden, Unerwünschtes beseitigen

Wichtig ist, dem Hund ausreichend Gelegenheit zu geben, sich dort zu erleichtern, wo es erlaubt ist. Viele Hunde suchen sich ohnehin Stellen aus, an denen keine Gefahr besteht, dass ein Spaziergänger oder ein spielendes Kind versehentlich rein tritt: unter dichten Büschen oder an Feldrändern mit etwas Abstand zum Weg sollte es keine Probleme geben. Um zu vermeiden, dass der Hund sich doch ungeeignete Stellen aufsucht, sollte der Weg bis zu geeigneten Plätzen nicht zu weit sein und zügig zurück gelegt werden. Für den Notfall hilft die Mitnahme einiger kleiner Plastiktüten: in diese kann man die Hand hinein stecken, beherzt zufassen und die Tüte dann umdrehen, so dass der Hundehaufen sich im inneren der Tüte befindet. Diese kann man dann am nächsten Mülleimer entsorgen. Hundekotgreifer in verschiedenen Ausführungen sind nicht ganz so platzsparend, ersparen einem aber mit der Hand zugreifen zu müssen.

Für ein gutes Verhältnis zu Nachbarn und Mitmenschen lohnt sich auf jeden Fall die Rücksichtnahme. Je rücksichtsvoller man sich im Vorfeld verhält, mit desto mehr Verständnis kann man rechnen, wenn doch mal ein Malheur passiert.

Hundesitter, Hundepension oder Tierheim?

Der Chefredakteur des Gassiblog hat sich ein schönes Wochenende gemacht. Die Blog-Tippse hatte Termine, bei denen sie ihn nicht mitnehmen konnte, also hat er kurzerhand einen Urlaub gebucht und sich das Wochenende verwöhnen lassen. Inzwischen ist er wieder zu Hause und sein Leben geht wieder seinen normalen Gang.

© lensonfocus - Fotolia.com
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Viele Hundebesitzer werden das Problem kennen: Nicht immer und überall kann der Hund mit. Für wenige Stunden kann man den meisten Hunden beibringen, alleine zu Hause zu warten, aber bei mehreren Tagen ist das nicht möglich. Eine Betreuung muss gefunden werden. Ideal ist es sicherlich, wenn der Hund bei Familienangehörigen oder Freunden unter gebracht werden kann, aber manchmal geht auch das nicht und eine Lösung ist nötig. Aber welche Möglichkeiten sind gut und sinnvoll?

Tierheim

In vielen Fällen bieten Tierheime eine Urlaubsbetreuung an. Der Hund wird dort während der Abwesenheit der Besitzer genau wie die anderen Hunde betreut, aber natürlich nicht weiter vermittelt. Die Kosten dafür sind unterschiedlich. Für den Hund ist das sicherlich eine der stressigsten Lösungen: Tierheim ist nicht nur eine neue Umgebung, die große Zahl anderer Hunde und die Abwesenheit der vertrauten Personen sind für Hunde häufig sehr beängstigend. Dazu kommt, dass Tierheime meistens nicht die Zeit haben, um sich wirklich ausgiebig und individuell um den verunsicherten Hund zu kümmern. Eine Unterbringung im Tierheim kann deshalb in Einzelfällen wir einem unerwarteten Krankenhausaufenthalt sinnvoll und notwendig sein, wenn irgend möglich sollte man jedoch andere Lösungen erwägen.

Tierpension

In einer Tierpension werden auch mehrere Tiere gleichzeitig betreut. In vielen Fällen werden die Hunde gemeinsam als Rudel im Haus zu betreuen. Bei der Auswahl einer Tierpension sollte man diese unbedingt im Vorfeld, am besten unangemeldet, besuchen und sich anschauen, wie die Hunde untergebracht und betreut werden. Gute Tierpensionen achten sehr auf Zuwendung für jeden einzelnen Pensionsgast und bieten verschiedene Möglichkeiten, damit der Hund sich wohl fühlt. Für Hunde die nicht zu 100 Prozent verträglich sind, ist es daher häufig schwierig in einer wirklich guten Tierpension unter zu kommen, da für diese besondere Bedingungen geschaffen werden müssen. Die Unterbringungskosten variieren auch hier, je nach Angebot und Kalkulation. Die beste Pension ist nicht zwangsläufig die teuerste. Kleine Pensionen die nur eine kleine Anzahl an Tieren aufnehmen bieten häufig die individuellere und persönlichere Betreuung, sind aber auch schneller ausgebucht.

Hundesitter

Ein Hundesitter betreut nur eine sehr kleine Anzahl von Pflegehunden. Viele Hundesitter machen das nicht erwerbsmäßig, sondern nehmen in ihrer Freizeit Hunde bei sich auf, wobei die Erfahrung in der Hundehaltung sehr unterschiedlich sein kann. Die Bandbreite reicht hier von der stunden-, tage- oder wochenweisen Betreuung beim Hundesitter bis zur Betreuung des Hundes vor Ort. Während es für Katzen häufig die beste Lösung ist, wenn ein- bis zweimal am Tag eine Person zur Betreuung vorbei kommt, ist für Hunde die Anwesenheit einer Bezugsperson wichtiger, weshalb der Hundesitter entweder beim zu versorgenden Hund während des Betreuungszeitraums einzieht oder diesen zu sich nach Hause nimmt. Auch einen Hundesitter sollte man sorgfältig aussuchen und im Vorfeld zu Hause besuchen sowie sich von seinen Erfahrungen berichten lassen. Wenn die Chemie stimmt, kann man auch eine Probetag vereinbaren, um zu testen, ob der Hund sich wohl fühlt. Idealerweise fühlt der Hund sich dort wohl und bleibt gerne bei einem schon bekannten und vertrauten Hundesitter.

Woher bekomme ich Kontakte?

Kontakte kann man über verschiedene Webseiten knüpfen. Man findet entsprechende Anzeigen auch in Zeitungen und Anzeigenblättern. Tierärzte und Tierheime halten in den meisten Fällen ebenfalls Adressen von Tierpensionen und Tiersittern bereit oder können Kontakte vermitteln. Die sie täglich Kontakt zu Tierhalten haben und viele Empfehlungen hören, sind sie sehr gute Ansprechpartner für Kontakte in der näheren Umgebung. Auch befreundete Tierhalten können von ihren Erfahrungen berichten und Empfehlungen aussprechen.

Worauf muss ich achten?

Ob Tierpension oder Hundesitter, es sollte in jedem Fall möglich sein, sich vorher anzuschauen, wie der Hund untergebracht wird. Man sollte genau nachfragen, wie der Tagesablauf für den Hund ist, ob ständig jemand für ihn da ist und ob Sonderwünsche oder spezielle Ansprüche wie Medikamente, spezielles Futter oder besondere Pflege erfüllt werden können. Zwischen Hund und Betreuungsperson sollte Sympathie erkennbar sein. Ein bereits vorhandener Hund kann es für den Hund leichter machen, wenn die beiden sich vertragen.

Der Chefredakteur jedenfalls hat das Wochenende bei einer Hundesitterin verbracht, bei der er schon mehrfach war. Er mag die dort lebende Hündin und wird von der ganzen Familie verwöhnt. Die Kinder spielen Ball mit ihm, er geht mehrfach täglich zusammen mit der Familie und dem Familienhund spazieren und die Hundesitterin hat der Blog-Tippse zwischendurch Fotos vom Chefredakteur und den Kindern beim Spielen geschickt.

Pro und Contra Flexileine

Gerade hier in Niedersachsen, wo zur Zeit (1. April bis 15. Juli) wieder Leinenpflicht zur Brut- und Setzzeit herrscht, ist die Flexileine ein häufig verwendetes Hilfsmittel. Dabei wird die Flexi häufig auch als Teufelszeug in der Hundeerziehung angesehen und die Verwendung als reine Bequemlichkeit und Erziehungsersatz gedeutet. Ich habe hier die Argument für und gegen die Flexileine zusammen getragen.

Was spricht für die Verwendung einer Flexileine?

Flexileine
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Eine Flexileine bedeutet zunächst mehr Bewegungsfreiheit, wenn der Hund nicht ohne Leine laufen kann, unabhängig davon, ob es gesetzliche Vorschriften sind oder der Hund ohne Leine nicht zu kontrollieren ist. Wenn der Hund lediglich an einigen Orten nicht frei laufen kann, aber jeden Tag ausreichend Freilauf bekommt, kann man auf die Verwendung einer Flexileine gut verzichten und nur eine normale Leine verwenden. Ist man täglich und überwiegend auf die Leine angewiesen, erleichtert sie das tägliche Leben enorm.

Dabei ist sie komfortabel zu handhaben.Sie kann sowohl in der Automatik-Funktion als sich selbst verlängernde Leine verwendet werden, als auch mit der Feststell-Funktion als Leine in fester Länge, etwa um den Hund in Gefahrensituationen an kurzer Leine zu halten. Dabei gibt es die Leinen in mehreren Varianten und unterschiedlichen Längen, abgestimmt auf Gewicht und Verhalten des Hundes.

Wer schon einmal mit einer Schleppleine trainiert hat, wird einen weiteren Vorteil der Flexileine zu schätzen wissen: sie rollt sich von selbst wieder auf und ist sauber und ordentlich in ihrem Gehäuse verstaut. Schleppleine bedeutet nämlich nicht nur, dass der Hund sie hinter sich her schleppt. Schleppleine bedeutet auch, dass der Hundehalter die nasse und dreckige, schlammverkrustet Leine wieder nach Hause schleppen darf.

Was spricht gegen eine Flexileine?

Das am häufigsten gehörte Argument ist, dass eine Flexileine die Leinenführigkeit verdirbt. Der Hund muss, um die Ausrollfunktion der Leine zu nutzen, einen ständigen Zug ausüben. Der Hund lernt so, dass ziehen zum Erfolg führt, während die Erziehung zur Leinenführigkeit bewirken soll, dass der Hund lernt, dass ziehen gerade keinen Erfolg bringt. Dieser Argumentation kann ich in Teilen folgen, es lässt sich aber leicht umgehen, indem man zwei verschiedene Befestigungsmethoden verwendet. Erlernt der Hund mit der Leine am Halsband die Leinenführigkeit, so kann man ein Brustgeschirr zur Befestigung der Flexileine verwenden. Die Unterscheidung ist für den Hund leicht zu erlernen: am Halsband ist ziehen tabu, am Geschirr ist mäßiger Zug in Ordnung. Das kann durchaus eine Erziehungshilfe auch für die Leinenführigkeit sein, wenn die Zeit knapp ist und man sich nicht sicher ist, dass man bei einem Spaziergang konsequent auf nicht-ziehen bestehen kann, verwendet man das Geschirr anstatt des Halsbandes und ignoriert den Zug. Das sollte natürlich die Ausnahme bleiben, Leinenführigkeitstraining ist durchaus wichtig! Wenn man ohnehin bereits ein Brustgeschirr verwendet, hilft die Anschaffung eines zweiten Geschirrs anderer Bauart. Geschirre gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, bei denen der Zug an verschiedenen Stellen ansetzt. Auch die Unterscheidung zweier Geschirre fällt dem Hund leicht.

Auch wenn die Handhabung der Flexi leicht erscheint, muss sie doch geübt werden. Gerade bei Leinen, die nicht nur aus Gurt bestehen, sondern nach einem kurzen, breiteren Gurtstück in ein dünnes Band übergehen, kann der Griff in die Leine zu schmerzhaften Verletzungen und Verbrennungen führen.

Auch sollte man nicht unvermittelt den Stopp-Knopf drücken und den Hund so ohne Kommando bremsen. Der Hund muss ebenfalls erlernen, dass die Leine unterschiedliche Längen hat und dass sie nach einiger Zeit endet. Deshalb sollte man den Hund warnen, kurz bevor das Ende der Leine erreicht ist (der Einfachheit halber kann man einen Punkt einen Meter vor dem Stopp auf der Leine rot markieren) oder bevor man den Stopp-Knopf drückt. Auch das „Einholen“ mit der Leine sollte unterbleiben.

Das bewahrt auch davor, die Flexileine als Ersatz für die Erziehung des Hundes einzusetzen. Sie ist keine Fernbedienung für den Hund, weshalb der Einsatz immer mit Kommandos kombiniert werden sollte.

Fazit

Bei richtiger Handhabung und mit etwas Übung ist eine Flexileine eine sehr gute Möglichkeit dem Hund mehr Freiraum zu verschaffen. Sie ist aber keineswegs ein Ersatz für die Erziehung des Hundes. Sie ist ein bewährtes Hilfsmittel, gegen das bei korrekter Anwendung nichts einzuwenden ist.

Brut- und Setzzeit – Zeit für besondere Rücksicht

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© Omika – Fotolia.com

Im Frühjahr beginnt die Brut- und Setzzeit, die Zeit, in der die Wildtiere Nachwuchs bekommen und aufziehen. In Niedersachsen herrscht deshalb ab dem 1. April, in Bremen schon ab dem 15.  März bis zum 15. Juli Leinenpflicht. In dieser Zeit müssen alle Hunde bei Spaziergängen an der Leine geführt werden, um so die Wildtiere und ihren Nachwuchs vor unerwünschten Störungen zu schützen.

Leine oder nicht? In Niedersachsen Leinenpflicht

Auch dort, wo keine Leinenpflicht herrscht, kann eine Leine zur Kontrolle des Hundes sinnvoll sein. Gerade Hunde mit einem ausgeprägten Jagdtrieb haben sonst große Verlockungen direkt vor der Nase: bodenbrütende Vögel, Hasen, Rehkitze und viele weitere Tierkinder sind ein leichtes Opfer. Wer nicht sicher ist, ob er seinen Hund auch ohne Leine kontrollieren kann, sollte sich deshalb auch außerhalb der Leinenpflicht-Gebiete mit einer Leine behelfen.  In den Städten ist das Problem weniger groß und es existieren in vielen Fällen Hundeauslaufzonen, in denen die Hunde trotz Brut- und Setzzeit frei laufen können.

Verhalten freilaufender Hunde

Freilaufende Hunde sollten in dieser Zeit daran gehindert werden, in Feldern und Sträuchern zu stöbern und so Tierkinder und ihre Eltern aufzuscheuchen. Selbst wenn der Hund den Tieren nichts tut, bleibt eine Störung und gelegentlich werden Tierkinder von ihren Eltern verlassen, wenn sie nach einem Hund riechen, der sie beschnuppert oder abgeleckt hat. Obwohl der Hund sie nicht erlegt hat, sind diese Tierbabys dann in den meisten Fällen zum Tod verurteilt. Hunde sollten deshalb genau wie Spaziergänger auf den Wegen bleiben und maximal einen Meter neben dem Weg schnüffeln und markieren. Streifzüge durch das Unterholz im Wald oder quer über Felder sollten in dieser Zeit zur Schonung der Natur in jedem Fall tabu sein.

Was habe ich für Möglichkeiten?

Trotzdem hat der Hund natürlich ein Anrecht auf ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Mit Spielen und Übungen kann man den Hund auch bei eingeschränktem Bewegungsradius gut auslasten. Apportierspiele sind bei vielen Hunden sehr beliebt, aber auch Fährtensuche mit vorher präparierten Fährten ist eine toller Freizeitspaß für Hund und Halter. Ein so beschäftigter Hund kommt auch seltener auf die Idee, sich auf eine Spur zu setzen und sich selbständig zu machen. Gerade bei Hunden mit starkem Jagdtrieb muss man trotzdem genau im Auge haben, dass der natürliche Trieb nicht die Überhand gewinnt und der Hund sich eine spannende Beschäftigung zum Nachteil der Wildtiere sucht. Auch wenn der Hund zur Sicherheit oder auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen mit einer Flexi- oder Schleppleine gesichert wird, sollte er nicht vom Weg abweichen.